Politik & Gesellschaft · Linz, 16. September 2026
Die 13 Regeln der OÖ Hausordnung ziehen künftig direkt in die Klassenzimmer ein: Integrations-Landesrat Dr. Christian Dörfel (ÖVP) präsentierte am 16. September 2026 gemeinsam mit Bildungsdirektor Mag. Dr. Alfred Klampfer und Schulqualitätsmanager Mag. Julian Schreibmüller im OÖ. Presseclub neue Lernbegleitmaterialien für den Regelunterricht. Vier eigens entwickelte Unterrichtsformate sollen Werte wie Respekt, Verantwortung und ein gelingendes Miteinander künftig altersgerecht von der Volksschule bis zur Matura vermitteln.
|
13 Regeln der OÖ Hausordnung |
4 neue Lernbegleitmaterialien |
Volksschule–Matura Einsatz von der Primarstufe bis zur Sek. II |
„Integration kann nur gelingen, wenn wir selbstbewusst wissen, wofür wir stehen und was unser Zusammenleben ausmacht. Wir müssen aber auch den Zuwanderern klar sagen, was wir von ihnen erwarten. Mit der OÖ Hausordnung haben wir festgehalten, welche Werte die Grundlage für ein gutes Zusammenleben in Oberösterreich bilden: Respekt, Verantwortung, Leistungsbereitschaft, Brauchtum und Traditionen sowie klare Regeln, die für alle gelten. Diese Werte müssen wir pflegen und an die nächste Generation weitergeben.“
Dr. Christian Dörfel (ÖVP), Integrations-Landesrat Oberösterreich
OÖ Hausordnung als Wertebasis des Zusammenlebens
Das Land Oberösterreich verfolgt in der Integrationsarbeit einen klaren Grundsatz: Deutsch lernen, Arbeit finden, die gemeinsamen Werte respektieren. Was das konkret bedeutet, hält die OÖ Hausordnung als „kleines 1×1 des Zusammenlebens“ fest — mit klaren Regeln, die für alle gelten: Deutsch als gemeinsame Sprache, gegenseitiger Respekt, die Akzeptanz weiblicher Autorität, der Vorrang des staatlichen Rechts vor religiösen Regeln sowie die Bereitschaft, durch Arbeit und Leistung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beizutragen. Für Integrationsverweigerung, demokratiefeindliche Einstellungen oder Hass und Gewalt gibt es dabei keine Toleranz.
Die Hausordnung ist längst mehr als eine Absichtserklärung: Sie ist bereits in zentralen Landesgesetzen und Förderrichtlinien verankert — von den allgemeinen Förderrichtlinien des Landes über die Deutschförderrichtlinien bis zum Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz, dem Sozialhilfe-Ausführungsgesetz, dem Grundversorgungsgesetz und dem Pflichtschulorganisationsgesetz. Mit dem Schritt in den Regelunterricht wird nun ein weiterer zentraler Lebensbereich erschlossen.
Vier neue Werkzeuge für den Unterricht
Entwickelt wurden die Materialien vom Zentrum für Demokratiebildung der Bildungsdirektion Oberösterreich, das Schulen im ganzen Land mit Unterlagen, Veranstaltungen und Workshops zu Partizipation und politischer Urteilsfähigkeit unterstützt. Die vier Formate sind flexibel je nach Schulstufe und Zeitrahmen einsetzbar:
| Material | Schulstufe | Inhalt und Ziel |
| Unterrichtsimpulse „Zusammenleben in der Schule“ | Primarstufe / Sek. I | Wimmelbild, Memory bzw. Tabu, Quiz und gemeinsame Entwicklung von Klassenregeln |
| Kahoot „Miteinander lernen – Rechte und Regeln an der Schule“ | 5.–8. Schulstufe | Interaktives Quiz zu Rechten, Pflichten, Regeln, Respekt und Mitbestimmung |
| Unterrichtspaket „Rechte und Regeln im Alltag“ | 5.–8. Schulstufe | 10 Szenenkarten, 6 Dilemma-Geschichten und Reflexionsblatt zur Urteilsbildung |
| Leitfragen zur OÖ Hausordnung | Sekundarstufe II | Vertiefende Auseinandersetzung mit Werten und Grundsätzen der Hausordnung |
Bildungsdirektor Alfred Klampfer betonte, dass die Materialien den Lehrkräften konkrete und einfach einsetzbare Werkzeuge an die Hand geben, um Themen wie Respekt, Verantwortung, Rechte und Regeln anhand realer Alltagssituationen zu bearbeiten. Schulqualitätsmanager Julian Schreibmüller ergänzte, dass Demokratiebildung genau dann greifbar werde, wenn junge Menschen sich mit konkreten Situationen auseinandersetzen, unterschiedliche Sichtweisen diskutieren und die eigene Haltung begründen — die Lernbegleitmaterialien würden die Werte der OÖ Hausordnung direkt in die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler übersetzen.
Die Schule als früher Ansatzpunkt
Für Dörfel ist die Schule der zentrale Ort, an dem junge Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen — und deshalb auch der richtige Ort, um frühzeitig zu vermitteln, was das Zusammenleben in Oberösterreich trägt. Der Ansatz reiht sich in die schrittweise Ausrollung der Hausordnung seit ihrem Beschluss im Jänner 2026 ein und setzt konsequent auf Kontinuität statt auf Einzelmaßnahmen: Werte, die laut Dörfel erst dann wirken, wenn sie verstanden, vermittelt und im Alltag gelebt werden.
„Die Schule ist jener Ort, an dem junge Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen. Deshalb müssen wir dort frühzeitig vermitteln, was unser Zusammenleben trägt. Mit den neuen Lernbegleitmaterialien bringen wir die OÖ Hausordnung altersgerecht in die Klassenzimmer.“
Dr. Christian Dörfel (ÖVP), Integrations-Landesrat Oberösterreich
|
OÖ HAUSORDNUNG IM UNTERRICHT — AUF EINEN BLICK
|


Leave a Comment