Soziales & Ehrenamt · Oberösterreich, Herbst 2026
Tanja Scharinger (29) aus Kematen an der Krems ist Feuerwehr-Kommandantin der Freiwilligen Feuerwehr Gerersdorf-Schachen und zeigt, wie viel Gemeinschaft, Verantwortung und persönlicher Zusammenhalt im Ehrenamt stecken. Damit dieses Engagement auch künftig zählt, rüstet das Land Oberösterreich sein Krisen- und Katastrophenmanagement um — unter anderem mit einem neuen Feuerwehrzentrum um rund 100 Millionen Euro in der Gemeinde St. Marien.
Im Einsatz sind alle gleich
Neben Hausbau und beruflicher Neuorientierung zur Physiotherapie an der FH Gesundheitsberufe in Wels ist die Feuerwehr für Scharinger ein zentraler Teil ihres Lebens. „Man bewegt gemeinsam etwas und hilft anderen”, so Scharinger. Besonders wichtig ist ihr die Gemeinschaft: Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen Verunsicherung spüren, biete die Feuerwehr Halt und Zusammengehörigkeit. Junge Mitglieder würden nicht allein gelassen, sondern von erfahrenen Kameradinnen und Kameraden unterstützt. „Im Einsatz sind alle gleich — egal, um welches Alter oder Geschlecht es sich handelt.”
Auch die Anforderungen verändern sich: Neben Brandeinsätzen beschäftigen die Auswirkungen von Extremwetterlagen die Feuerwehren zunehmend. Dafür braucht es laufende Weiterbildung und engagierten Nachwuchs. Als eine der wenigen Feuerwehrkommandantinnen erlebt Scharinger zwar hie und da noch Vorurteile, doch sie lässt sich davon nicht bremsen. Ihr Appell: „Wer Verantwortung übernehmen will, soll sich trauen. Wenn man gemeinsam anpackt, kann nur etwas Positives entstehen.”
„Wenn die Feuerwehr ruft”: Betriebe als wichtiger Rückhalt im Einsatzfall
Tagsüber fehlen vielen Feuerwehren Einsatzkräfte, weil Mitglieder ihre Arbeitsplätze nicht verlassen dürfen. In Pasching setzen Gemeindeamt und die Firma Wagner Stahl ein Zeichen und stellen Mitarbeiter im Einsatzfall frei. Dazu wurde auch eine Videokampagne produziert, die andere Betriebe zum Mitmachen motiviert. Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer sieht darin ein Zeichen der Zeit: Die Feuerwehr habe sich weiterentwickelt, Frauen würden sie heute in unterschiedlichsten Funktionen entscheidend mitprägen, Führungsrollen übernehmen und Verantwortung tragen — das mache die Feuerwehren vielfältiger, moderner und zukunftsorientiert.
Noch bevor die Sirene heult: OÖ rüstet sich für neue Gefahren

Die bedrohlichen Szenarien werden wahrnehmbar mehr und verändern sich zudem rasant. Neben Hochwasser und Unwettern können Blackouts, Cyberangriffe, Energiekrisen oder geopolitische Spannungen zur Gefahr werden. Oberösterreich will vorbereitet sein, bevor es ernst wird. Deshalb krempelt das Land sein Krisen- und Katastrophenmanagement um: klare Zuständigkeiten, gebündelte Strukturen, schnellere Entscheidungen. Herzstück ist ein digitales Landeslagezentrum, in dem Daten zu Wetter, Pegelständen, Verkehr und Infrastruktur zusammenlaufen — so können Behörden, Gemeinden und Einsatzkräfte Gefahren früher erkennen und im Ernstfall rascher helfen.
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~100 Mio. € Investition in das neue Oö. Feuerwehrzentrum in St. Marien |
1 neues digitales Landeslagezentrum für ganz Oberösterreich |
Für Landeshauptmann Thomas Stelzer und Katastrophenschutz-Landesrätin Michaela Langer-Weninger ist dies ein klares Sicherheitsplus. Zusätzlich entsteht um rund 100 Millionen Euro in der Gemeinde St. Marien das neue Oö. Feuerwehrzentrum: Ausbildung, Katastrophenschutz, Logistik und Koordination werden dort gebündelt. Doch Technik und klare Strukturen allein reichen nicht — das Rückgrat der Sicherheit sind die vielen ehrenamtlichen Einsatzkräfte in den Blaulichtorganisationen. Sie investieren Freizeit, übernehmen Verantwortung und sind da, wenn jede Minute zählt.
Sicherheit beginnt lange bevor die Sirene heult.
Mag. Thomas Stelzer (ÖVP), Landeshauptmann Oberösterreich
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EHRENAMT & KRISENVORSORGE OÖ — AUF EINEN BLICK
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