Politik & Gesellschaft · Linz, 29. Mai 2026
Die Landeszielsteuerungskommission (LZK) und die OÖ Gesundheitsplattform haben in ihren Sitzungen vom 29. Mai 2026 drei weitreichende Beschlüsse zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Oberösterreich gefasst: eine eigene Anlaufstelle für rund 80.000 Betroffene postakuter Infektionssyndrome (PAIS) und ME/CFS, den Ausbau des erfolgreichen ALS-Netzwerks OÖ sowie Investitionen in medizinische Großgeräte — darunter ein erstes MRT für das Klinikum Schärding um 1,3 Millionen Euro. Damit setzt LH-Stellvertreterin und Gesundheits-Landesrätin Mag. Christine Haberlander (ÖVP) die nächsten konkreten Schritte im OÖ Gesundheitsplan 2030 um.
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80.000 Menschen in OÖ von PAIS betroffen, davon ~12.000 von ME/CFS |
68 ALS-Patientinnen und -Patienten bereits im OÖ-Netzwerk (Stand Ende 2025) |
1,3 Mio. € Investition in erstes MRT am Klinikum Schärding |
3 Stufen Versorgungsmodell für ME/CFS: Primärversorgung, Spitalsambulanz, Forschung |
Gesundheit ist für uns das höchste Gut. Und deshalb ist die Gesundheitsversorgung unsere wichtigste Aufgabe. Wir haben ein großes Ziel: Dass die Menschen in unserem Land gesund und gut leben können, von Anfang an und ein ganzes Leben lang. Dabei haben wir auch das Ziel, schwer und unheilbar kranke Menschen sowie ihre Angehörigen nicht alleinzulassen, sondern sie zu begleiten und zu unterstützen.
LH-Stv. Mag. Christine Haberlander (ÖVP), Gesundheits-Landesrätin Oberösterreich
Neue Anlaufstelle für ME/CFS und postakute Infektionssyndrome
In Oberösterreich sind rund 80.000 Menschen von postakuten Infektionssyndromen (PAIS) betroffen — rund 12.000 davon leiden an ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom). Bislang gibt es weder in OÖ noch österreichweit eine einheitliche Versorgungsstruktur. Das ändert sich nun: Die LZK hat am 29. Mai 2026 eine gemeinsame Projektgruppe eingesetzt, die eine ambulante Anlaufstelle am Klinikum Wels-Grieskirchen, Standort Wels, planen und umsetzen soll. Die Finanzierung der Koordinierungsstelle teilen sich Sozialversicherung und das Land OÖ über den Oö. Gesundheitsfonds je zur Hälfte. Das geplante Versorgungsmodell umfasst drei Stufen: Primärversorgung als Erstanlaufstelle, eine definierte Spitalsambulanz als Koordinationsstelle sowie Forschung in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Referenzzentrum. Die ME/CFS-Betroffeneninitiative Oberösterreich ist in die Konzeptionierung eingebunden.
ALS-Netzwerk OÖ: Pilotprojekt wird zum Regelbetrieb
Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare neurodegenerative Erkrankung, die von Lähmungen über Schluck- und Sprechstörungen bis zum Atemversagen führt. Das 2025 gestartete Pilotprojekt „ALS-Netzwerk OÖ” hat seine Ziele vollständig erreicht: Ein ALS-Team am Standort des mobilen Palliativteams Wels wurde als zentrale Anlaufstelle etabliert, ein fach- und berufsgruppenübergreifendes Netzwerk aufgebaut. Bis Ende 2025 wurden bereits 68 Patientinnen und Patienten aus fast allen Bezirken aufgenommen. Das Netzwerk wird nun schrittweise weiter ausgebaut — finanziert aus dem Hospiz- und Palliativfonds.
MRT Schärding: Moderne Diagnostik im ländlichen Raum
Mit einem neuen MRT-Gerät am Klinikum Schärding — einer Erstanschaffung mit Investitionskosten von 1,3 Millionen Euro (exkl. bauliche Maßnahmen) — setzt Oberösterreich sein Bekenntnis zur wohnortnahen Versorgung im ländlichen Raum um. Das Gerät wird als Kooperationsgerät mit der Sozialversicherung genutzt, verbessert die Ausbildung für Radiologinnen und Radiologen und verkürzt Wartezeiten auf MRT-Untersuchungen im Innviertel. Die baulichen Maßnahmen erfolgen im Zuge des bestehenden Masterplans. Neben dem MRT in Schärding genehmigte die OÖ Gesundheitsplattform auch die Ersatzanschaffung einer SPECT-Kamera bei den Barmherzigen Schwestern Ried (500.000 Euro) sowie eine neue Koronarangiographie-Anlage inklusive Umbau im Ordensklinikum Linz, Elisabethinen (rund 3 Millionen Euro).
Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zur nachhaltigen Stärkung des Klinikstandorts Schärding und zur Sicherstellung einer modernen, qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Mit der Entscheidung, jedes Krankenhaus mit einem MRT-Gerät auszustatten, bauen wir die diagnostischen Möglichkeiten aus, die wohnortnahe Versorgung wird deutlich verbessert und die Wartezeit auf MRT-Untersuchungen reduziert.
LH-Stv. Mag. Christine Haberlander (ÖVP), Gesundheits-Landesrätin Oberösterreich
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OÖ GESUNDHEITSPLAN 2030 — BESCHLÜSSE VOM 29. MAI 2026
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