Politik & Gesellschaft · Linz, Mai 2026
Im Rahmen der heutigen Sitzung des oberösterreichischen Religionsbeirats stand die OÖ Hausordnung — das „kleine 1×1 des Zusammenlebens” — im Mittelpunkt des Austausches mit Vertreterinnen und Vertretern der Religionsgemeinschaften. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und Integrationslandesrat Dr. Christian Dörfel (ÖVP) betonten: Religionsfreiheit ist ein selbstverständlicher Teil einer offenen Gesellschaft — sie endet jedoch dort, wo Extremismus, Demokratiefeindlichkeit oder Integrationsablehnung beginnen.
Oberösterreich ist ein offenes Land, in dem Menschen mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen ihren Platz haben. Entscheidend ist aber, dass wir auf einer gemeinsamen Wertebasis stehen: Respekt, Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung und Verantwortung füreinander. Diese gemeinsamen Regeln sind die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben.
Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer (ÖVP), Oberösterreich
Religionsfreiheit endet dort, wo Extremismus, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus oder die Ablehnung unseres Rechtsstaates beginnen. Die OÖ Hausordnung soll hier Orientierung geben und klarstellen, was in unserem Bundesland gilt – und was nicht. Extremistische Ausrichtungen und radikale Parallelgesellschaften sind Gift für unser Zusammenleben. Wer in Oberösterreich lebt, hat sich an unsere gemeinsamen Regeln und Werte zu halten.
Integrationslandesrat Dr. Christian Dörfel (ÖVP), Oberösterreich
Religionsgemeinschaften als Partner bei der Ausrollung
Religionsgemeinschaften erreichen viele Menschen unmittelbar im Alltag und tragen damit besondere Verantwortung für das gesellschaftliche Klima. Im Rahmen der Sitzung wurden sie ausdrücklich ersucht, die weitere Ausrollung der OÖ Hausordnung aktiv zu unterstützen. Die Hausordnung — im Jänner 2026 mit Drei-Viertel-Mehrheit im oö. Landtag beschlossen und seit Februar landesweit in Umsetzung — hält in Regel 12 fest: „Religion gibt Halt und Orientierung – aber keine Religion steht über dem Gesetz.”
Historische Mahnung: Bauernkriege als Spiegel
Die Sitzung verwies auch auf die communale oö 2026, die sich den historischen Bauernkriegen widmet. Die Konflikte von 1626 zeigen, welche Folgen Intoleranz und gesellschaftliche Spaltung haben können. Die Mitglieder des Religionsbeirats wurden eingeladen, Beiträge für eine Broschüre zum Thema „Konflikt im Namen der Religion – historische Erfahrungen und aktuelle Verantwortung” zu liefern.
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OÖ Religionsbeirat & Hausordnung
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