Sorgende Gemeinschaften: OÖ will Heimquote der über 85-Jährigen von 15 auf 10 Prozent senken

Sorgende Gemeinschaft: OÖ will Heimquote der über 85-Jährigen von 15 auf 10 Prozent senken

Soziales & Ehrenamt · Oberösterreich, Mai 2026

Nur rund 15 Prozent der über 85-Jährigen in Oberösterreich leben heute in stationären Einrichtungen. Diesen Anteil auf 10 Prozent zu senken — das ist das erklärte Ziel von Soziallandesrat Dr. Christian Dörfel (ÖVP) im Rahmen der OÖ Pflegestrategie 2040. Der Schlüssel: Sorgende Gemeinschaften — lokale Netzwerke, in denen Nachbarn, Gemeinden, Pfarren, Ehrenamtliche und professionelle Dienste gemeinsam Verantwortung übernehmen.

15 → 10 %
Heimquote bei über 85-Jährigen
— Zielwert OÖ Pflegestrategie
10
Handlungsfelder der
Betreuungsarchitektur 2040
7
Aktivitätsfelder der
Sorgenden Gemeinschaft

Alt sein bedeutet nicht automatisch pflegebedürftig zu sein – und Pflegebedürftigkeit heißt nicht, dass der Weg zwingend ins Heim führt. Wir brauchen „Sorgende Gemeinschaften” – lokale Netzwerke, in denen Nachbarn, Gemeinden, Pfarren, Ehrenamtliche und professionelle Dienste gemeinsam Verantwortung übernehmen. Entscheidend ist dabei eine koordinierende Ansprechperson vor Ort – ein „Kümmerer”, der Angebote vernetzt und als Bindeglied wirkt.

Soziallandesrat Dr. Christian Dörfel (ÖVP), Oberösterreich


Praxis: Bezirk Freistadt geht voran

Im Bezirk Freistadt wird das Konzept bereits konkret umgesetzt: Mit der Sozialregion Freistadt 2040 und dem Bezirksverein Wirknetz Alter (WAlter) entsteht eine Klammer für den gesamten Bezirk — kein weiterer Anbieter, sondern ein Ermöglicher, der bestehende Strukturen sichtbar macht, vernetzt und stärkt. In der Gemeinde Kirchberg-Thening zeigt das Projekt „KuM – Kümmern um’s Miteinander” mit einem ehrenamtlichen Besuchs- und Fahrdienst, wie ältere Menschen länger selbstständig bleiben und vor Einsamkeit geschützt werden können.

Die 10 Handlungsfelder der Betreuungsarchitektur 2040

Die 7 Aktivitätsfelder Sorgender Gemeinschaften

7 Aktivitätsfelder der Sorgenden Gemeinschaft

  • Gemeinschaft — Stammtische, Begegnungscafés, Mittagstische, Besuchsdienste gegen Einsamkeit
  • Alltagsbewältigung — Einkaufsdienste, Hilfe bei Formularen und digitalen Anwendungen
  • Mobilität — Fahrdienste, Mitfahrangebote für Arzttermine und Besorgungen
  • Wohnen und Leben zuhause — Nachbarschaftshilfe, soziale Betreuung, digitale Alltagshilfen
  • Unterstützung pflegender Angehöriger — Gesprächsangebote, Angehörigentreffen, Entlastungsangebote
  • Gesundheit, Bewegung und Prävention — Bewegungsangebote, Gedächtnistraining, Sturzprävention
  • Information und Beratung — Orientierungshilfen für Zugang zu Pflege- und Betreuungsangeboten

Die Sorgenden Gemeinschaften sind eines von zehn Handlungsfeldern der Betreuungsarchitektur 2040 — einem flexiblen Baukastensystem, das das Sozialressort des Landes OÖ gemeinsam mit dem OÖ Städtebund und dem OÖ Gemeindebund erarbeitet hat. Das übergeordnete Leitmotiv: „So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Unterstützung wie nötig.” Die Betreuungsarchitektur ist der dritte von fünf strategischen Schritten der OÖ Pflegestrategie 2040: Nach der Fachkräftestrategie Pflege (2022) und der Gründung der ALTER OÖ Pflege- und BetreuungsManagement GmbH (2025) folgen als nächste Schritte eine dynamische Bedarfs- und Entwicklungsplanung (2026/27) sowie eine abschließende Neuordnung von Finanzen, Kompetenzen und rechtlichem Rahmen bis 2028.

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